Okt 29, 5 Jahren ago

Harseim macht Kasten dicht

Handball Männer, Mitteldeutsche Oberliga: Hermsdorfer feiern gegen den Aufsteiger Calbe ihren ersten Heimsieg der Saison

SV Hermsdorf – TSG Calbe 32:31 (18:16)

Hermsdorf. Torwart Stephan Harseim, der zwei Tage vor dem ersten Saisonspiel von der HSG Werratal nach Hermsdorf wechselte, hatte am Samstag im Heimspiel der Mitteldeutschen Oberliga gegen die TSG Calbe einen großen Anteil, dass die Hermsdorfer nach zwei Heimunentschieden das dritte Spiel in eigener Halle gewannen.
Es war wieder ein Krimi, wie die Spiele zuvor gegen den HC Einheit Halle und HC Einheit Plauen. Sahen diese beiden Spiele keinen sportlichen Sieger, konnten diesmal die Hermsdorfer einen hauchdünnen und am Ende glücklichen 32:31-Sieg (18:16) feiern. Zwei Sekunden vor Schluss parierte Torwart Harseim einen freien Wurf und verhinderte mit seiner spektakulären Parade den drohenden Ausgleichstreffer.
Die Hermsdorfer mussten die letzten Sekunden des Spiels in doppelter Unterzahl absolvieren. Erst hatte Daniel Zele die Rote Karte bekommen für ein taktisches Foul in der letzten Spielminute. Über diese Entscheidung der beiden Schiedsrichter aus Leipzig regte sich Hermsdorfs Trainer Jens Friedrich wohl so lautstark auf, dass auch die Hermsdorfer Bank eine Zeitstrafe angezeigt bekam. Marvin Schreck ging dafür vom Feld. Die Gäste, die im Ballbesitz waren, schafften gegen die fünf Hermsdorfer Stephan Harseim (Tor), Eric Fischer, Ondrej Masak, Henry Wendt und Eric Sindermann nicht mehr das 32:32. „Ich hatten meinen Spielern gesagt, sie sollten die Mitte zumachen und wenn nötig, einen Wurf von der Außenposition dem Gegner erlauben. Die Rechnung ging auf“, sagte Friedrich.
Harseim hatte in den Minuten davor schon drei Bälle (55., 56., 57.) von den Außenpositionen abgewehrt und damit die Hermsdorfer, die zwischenzeitlich mehrfach mit vier Toren vorn lagen, zum letzten Mal beim 31:27 (51.), weiter im Spiel und damit auf Kurs ersten Heimsieg gehalten. Als Linkshänder Eric Fischer zu Beginn der 59. Minute das 32:30 von Rechtsaußen für den SVH warf, schien die Partie gelaufen. Dann überschlugen sich in den restlichen 48 Sekunden die Ereignisse – Rot für Ziele, Zeitstrafe gegen Friedrich, zweifache Unterzahl für die Heimmannschaft – und dann hatte Harseim seinen großen Auftritt. Nach der Schlusssirene überrannten ihn seine Mitspieler. Bei der La Ola stupste ihn SVH-Kreisläufer Michael Seime nach vorn. Harseim durfte sich vom Publikum einen extra Applaus abholen. „Na klar ist das Klasse. Das war heute mein fünftes Spiel für Hermsdorf. Und dann kommt es zu einem solchen Finale. Ich freue mich für die Mannschaft. Sie hat sich diesen Sieg verdient“, sagte Harseim. Trainer Friedrich setzte auch gegen den Aufsteiger TSG Calbe vom Anpfiff weg voll auf die Karte Jugend. Bis zur 44. Minute stand bei den Feldspielern mit Ausnahme von Ondrej Masak und Michael Seime fast eine komplette U25-Auswahl auf dem Parkett. Aus der ragte vor allem der quirlige und sehr dynamische Henry Wendt auf der Spielmacher-Position hervor. Wurde vor zwei Wochen noch nach einem möglichen Transfer für diese Position diskutiert, gab Wendt am Samstag seine Antwort.

OTZ/Jens Henning

SV Hermsdorf: Liebelt, Harseim – Rudolph, Fischer (4), Masak (2), Schreck, Högl, Wendt (6), Riedel, Zele (5), Sindermann (8), Seime (6), Heilwagen

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