Sep 21, 6 Jahren ago

Die Lavendelstädter mal wieder im Holzland

Die Holzländer treffen auf den Regionalliga-Absteiger aus Bad Blankenburg

Hermsdorf. Gut 1 ½ Jahre ist es her (12.03.2017), als sich beide Kontrahenten letztmalig in der Mitteldeutschen Oberliga gegenüber standen. Die Holzländer mussten auswärts, beim späteren Aufsteiger in die Regionalliga, Farbe bekennen und verkauften sich ansehenswert bei einer knappen 28:30 Niederlage. Nach der Saison ging es für die Holzländer zurück in die Thüringenliga.

Seither hat sich am Fuße der Burg Greifenstein in Sachen Handball einiges ereignet. Dem euphorisch gefeierten Aufstieg in die Regionalliga (3.Liga) nach der Saison 2016/17 folgte nach einer ernüchternden Saison 2017/18 der sofortige, wenn auch sehr dramatische Abstieg. Letztendlich gingen die Verantwortlichen in Bad Blankenburg noch einen drastischen und konsequenten Schritt weiter und versuchten es erst gar nicht wieder in der Mitteldeutschen Oberliga (4. Liga), sondern starten nun in der Thüringenliga (5. Liga) einen „Neuanfang“.

Nach der Ära Georg Jahn folgt nun die neue Ära Jahn, dieses Mal aber in Mit-Verantwortung seines Sohnes Tobias, der sich zugleich noch als Torhüter in die Dienste der 1. Männermannschaft stellt. Nicht mal ein Hand voll Spieler aus dem Regionalligakader gingen den Schritt in die Thüringenliga mit. Der Rest requiriert sich aus Spielern, die in der Vergangenheit schon mal erfolgreich für die Lavendelstädter aufgelaufen waren aber weniger ihre regionalen Wurzeln in der Fröbel-Stadt haben.

Ähnlich aber doch anderes ging es den Holzländern vor gut 1 ½ Jahren mit dem Abstieg aus der Oberliga ins Thüringer Oberhaus. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften bestand im Wesentlichen darin, dass die Holzländer fast das komplette Team halten konnten. Es handelte sich dabei zum überwiegenden Teil um Spieler die Eigengewächse sind oder ihre Wurzeln im Holzland und in der Umgebung haben. Es ist zudem ein bewusst gewählter Weg der Hermsdorfer Verantwortlichen, um eine „Aufrüsten“, nicht um jeden Preis mitgehen zu müssen.
Dass man mit dieser Philosophie auch erfolgreich sein und Nachhaltigkeit erzeugen kann, zeigen nicht zuletzt exemplarisch solche Vereine wie der VfB TM Mühlhausen oder der HSV Ronneburg. Es schließt letztendlich aber nicht aus, dass man sich auf bestimmten Positionen temporär auch mit dem einen oder passenden Nationalen oder „Internationalen“ verstärken kann bzw. muss!

Die Holzländer haben nicht zu Letzt mit ihrem Nachwuchskonzept „Handball-Jugendbundesliga“, welches den Sponsoren im März, im tollen Ambiente des Brauhauses der „Köstritzer Schwarzbierbrauerei“, vorgestellt wurde ein Zeichen gesetzt, um in 4 bis 5 Jahren einen kontinuierlichen Nachschub für die „Erste“ zu generieren. Ob für die Thüringenliga oder wenn es passt für die Oberliga, ist den handelnden Personen am Ende egal. Das Ziel zählt!
Schon jetzt gibt es Talente in der A und C-Jugend, die bei kontinuierlicher Ausbildung und Förderung aber auch notwendigen Engagement und dem persönlichen Ehrgeiz, den Sprung in die „Erste“ schaffen können.

Lizenzierte Trainer wie Uwe Remme und Victor Sydorschuk sowie gestandene Spieler wie Ferenc Bergner und Martin Ehm kümmern sich im Verbund mit dem sportlichen Leiter der 1. Männer, Mario Kühne, um eine intensive und qualitativ hochwertige Ausbildung der Handball-Eleven.

Nach diesem Exkurs in die Vereins-Philosophien noch einen Ausblick auf das samstägige Spiel.

Beide Kontrahenten konnten am letzten Spieltag ihre Partien erfolgreich gestalten. Der HSV gewann mit 27:25, nach zwischenzeitlich deutlicher Führung, im Ronneburger „Hexenkessel“. Mit dem Auftaktsieg am 1. Spieltag gegen Werratal (24:17) haben die Gäste noch eine „Blütenweiße Weste“ von 4:0 Punkten bei deutlich wenigen Gegentreffern (44). Der kompakte tschechische Mittelblock zeichnet dafür bei den Lavendelstädter verantwortlich. Das scheint auch das gewollte Prunkstück des HSV zu sein. Trainer Igor Ardan kann sich dabei auf seine gestandenen Haudegen Ivos Havel, Radoslav Miler und Tomas Zeman verlassen. Für den Angriff hat man sich mit dem 2,03m großen Handball-Hünen Tomáš Musil verstärkt, der sowohl im Rechten als auch im linken Rückraum eingesetzt werden kann. Zudem kamen nach kurzen Gastspielen aus Apolda Max-Florian Köthe und aus Jena Mittelmann Juraj Petko zurück zum HSV.
Viele der Spieler haben schon zu erfolgreichen Thüringenliga- und Oberligazeiten zusammen für den HSV gespielt. Tore-Garant ist nach wie vor Linksaußen Marcel Werner, der zuletzt den Ronneburgern 9 Buden eingeschenkt hat.
Alles im Allen gibt sich ein heißer Titelfavorit auf die Meisterschaft im Holzland die Ehre.

Für den Gastgeber geht es darum, den Formanstieg zu bestätigen. Hatte man im Spiel in Sonneberg noch die berüchtigten 10 bis 12 Minuten, um das Spiel letztendlich herzuschenken, so hat der Sieg gegen Suhl gezeigt, dass auch in der Schlussphase noch genügend „Holzlandpower“ vorhanden ist, um ein/das Spiel siegreich zu gestalten. Diese Energie ist auch am Samstag zwingend von Nöten, um am Ende 2 Punkte einzufahren.

Der Druck muss aus allen Mannschaftsteilen kommen. Die zuletzt gescholtenen Außen müssen zudem besser ins Spiel gebracht werden. Das Tempo hoch halten und wenn beide Torhüter wieder einen „Sahne-Tag“ erwischen, die Fans zu 110 Prozent hinter ihren „Kreuzrittern“ stehen, dann ist alles möglich, auch gegen solch eine ausgebuffte und routinierte wirkende Truppe aus Bad Blankenburg.

Den beiden Unparteiischen Raimo Füßler und Dennis Schneider Mut, die Körperbeherrschung und Ausdauer alle Hindernisse des Spiels zu meistern, ohne großes „BIG BOUNCE“ with RTL. 😉

Beiden Fan-Gemeinden und den Gästen eine gute Anreise zu einem tollen Handball-Abend. Fairness allerseits und nach dem Spiel „Shake Hands“ bei Thüringer Roster und „Kösi“ vom Fass oder aus der „Pulle“.

Im Vorspiel trifft „Motor 3“ auf die Reserve des HBV Jena (Anwurf 17 Uhr). Am Vormittag sind bereits unsere wJB (9 Uhr) und mJC (11 Uhr) in der Werner-Seelenbinder-Sporthalle am Start.

JR

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