Dez 20, 3 Monaten ago

Gnadenlos durchgezogen

Handball, Thüringenliga: Der SV Hermsdorf kann das Sportjahr 2018 mit einem souveränen 40:22-Sieg über den ThSV Eisenach II beenden

Eisenach. Es ist ein klassischer Sportkalauer rund um die letzte Partie im Jahr. Da heißt es im Vorfeld nur zu oft, dass man das hiesige Sportjahr natürlich mit einem Erfolg beenden möchte. Natürlich gilt dergleichen auch für die Handballer des SV Hermsdorf. Nun, die Mission „runder Jahresabschluss“ war letztlich von Erfolg gekrönt, siegten die Kreuzritter am Fuße der einstigen Wirkungsstätte von Martin Luther, wo ihm einst der Leibhaftige erschien und er sein Tintenfass nach ihm warf. Ein Klecks an einer Wand in jenem Zimmer, in dem er einst als Junker Jörg getarnt hauste, muss bis heute als Beleg dafür herhalten.

Die Mannen um Pierre Liebelt trafen am Sonntag mit dem ThSV Eisenach II wahrlich nicht auf den Leibhaftigen in Sachen Handball, triumphierten sie doch am 3. Advent geradezu souverän mit 40:22 über die Hausherren aus der Wartburgstadt. Sie mussten also nicht mit irgendwelchen Tintenfässern werfen, nein, der SV Hermsdorf warf in erster Linie Tore, sehr viele sogar. Ein Umstand, der Pierre Liebelt mit Stolz erfüllte. Es sei ein außerordentlicher Wert. „Das war einfach nur ein sehr souveräner Sieg. Wir haben von Anfang bis Ende gnadenlos durchgezogen“, resümierte Liebelt, der dann auch umgehend auf sein Erfolgsrezept zu sprechen kam: die Abwehr, die sich kaum Schwächen erlaubt hätte. Dazu gesellte sich noch ein blendend aufgelegter Petr Nedved, der so manchen Ball entschärfen konnte. „Wir haben viele einfache Tore erzielt, haben aus unserer stabilen Abwehr heraus unser schnelles Spiel aufgebaut“, führte der Trainer weiter aus. In der gesamten Partie habe es nur einen einzigen Wermutstropfen gegeben, als denn Maximilian Remde nach nur elf absolvierten Minuten die Rote Karte sah. „Die Unparteiischen haben die gesamte Situation etwas seltsam ausgelegt“, sagte Liebelt. Maximilian Remde habe seinen Gegenspieler zwar geschubst, doch besagter ThSV-Protagonist litt am Neymar-Syndrom und ließ sich eine Idee zu theatralisch gen Hallenboden fallen. Nichtsdestotrotz, auch dieser personelle Rückschlag, der den Spielfluss der Kreuzritter für ein paar Momente unterbrach, konnte sie letztlich nicht vom Siegespfad abringen.

Die ersten zehn Minuten der Begegnung gestalteten sich noch recht ausgeglichen, was sich auch im Spielstand von 6:5 (10.) widerspiegelte, doch in den folgenden zehn Minuten konnte sich der SV Hermsdorf auf sechs Treffer (13:7/20.) absetzen, Hannes Rudolph, Martin Ehm, Jan Heilwagen, Stefan Riedel und Felix Reis hatten eine Aktie an dem formidablen Polster, das letztlich der Grundstein für den späteren Triumph sein sollte. Halbzeitstand: 21:12.

Zum Auftakt des zweiten Aktes bauten Hannes Rudolph, Cedric Schreiber, Jan Heilwagen und Felix Reis den Vorsprung auf vorzügliche zwölf Treffer (24:12/35.) aus, so dass man mit Fug und Recht behaupten darf, dass die Partie in jener Phase bereits entschieden war. Nach 50 absolvierten Minuten lautete der Spielstand 34:21, alle Zeichen standen – mehr oder weniger – auf Einbahnstraßen-Handball.

„Es ist ein gelungener Jahresabschluss. Wir haben gezeigt, was wir können“, sagte Pierre Liebelt abschließend, der sich auch von dem Umstand verzückt zeigte, dass denn auch eine nicht gerade kleine Gruppe von SV-Fans den weiten Weg gen Eisenach am Sonntag auf sich nahm.

Der SV Hermsdorf verweilt nun auf Tabellenplatz vier.

Hermsdorf: Rudolph 5, Schreck 1, Reis 8, Schreiber 3, Riedel 3, Nedved, Hammer 7, Heilwagen 9, Ehm 4, Zehmisch, Möller, Remde, Minas

Otz/ Marcus Schulze / 17.12.18

Unsere Zweite mit Heimdesaster

Homepage ThSV Eisenach /20.12.2018 – ThSV II

Nicht wiederzuerkennen war der ThSV Eisenach II. War das jenes Team, das in kleiner Besetzung kürzlich über die HSG Werratal mit 30:29 triumphiert hat? War das jenes Team, das mit einem Minikader in der Vorwoche beim HSV Ronneburg eine Riesenüberraschung nur knapp verpasst hat? Von all den Eigenschaften dieser Spiele war nichts zu sehen. Der ThSV Eisenach II bot beim letzten Auftritt im Kalenderjahr seine schlechteste Saisonleistung, ging mit 22:40 (12:21) gegen den SV Hermsdorf regelrecht unter.

„Emotionslos und ohne Kampf“, urteilte ein stinksaurer Trainer Matthias Meinl. „Null-Mannschaftsleistung. Von Beginn fehlten die Einstellung, der Wille zum Sieg“, bekannte Kapitän Sascha Kleint. Dass während der Woche aus beruflichen Gründen der Spieler nur eine Trainingseinheit möglich war, wollte der Routinier nicht als Entschuldigung gelten lassen. Die launischen Kreuzritter, der SV Hermsdorf, ließ getreu ihren wechselnden Hoch und Tiefs im Saisonverlauf, eine starke Leistung in der Werner-Aßmann-Halle folgen. Dass es so ein leichter Sieg würde, damit hatten die zahlreich mitgereisten Anhänger nicht gerechnet. Viele von ihnen rieben sich an den Schiedsrichterentscheidungen. Grundlos! Mario Beyer und Christian Wagner hatten die Partie sicher im Griff. Die frühzeitige rote Karte füt Maximilian Remde (12.Min.). war die konsequente Ahnung seiner üblen Attacke an Eisenachs Pascal Küstner.

Hermsdorfs Keeper als erster Angreifer

„Unsere Abwehr einschließlich Torhüter legten den Grundstein“, bilanzierte der Ex-Eisenacher Jan Minas. Der 20-Jährige, in Jena studierend, gefiel als umsichtiger und mannschaftsdienlich agierender Spielgestalter des SV Hermsdorf. Er und der 30-jährige Martin Ehm teilten sich die zentrale Rolle. Der 40-jährige Petr Nedved im Kasten der Gäste lief zur Hochform auf, wehrte 20 Bälle ab, war mit präzisen Steilvorlagen erster Angreifer seines Teams. „Mit unserem schnellen Spiel in die ungeordnete Eisenacher Abwehr sorgten wir schon im ersten Abschnitt für die Entscheidung. Selbst Unterzahlphasen gingen an uns“, freute sich Jan Minas. Mit zunehmender Dauer stellte der ThSV Eisenach II das Rückzugsverhalten nahezu ein. Die Gäste, um die torgefährlichen Jan Heilwagen (9 Treffer) und Felix Reis (8) knackten noch die 40-Tore.Marke. Der ThSV Eisenach II kassierte eine 18-Tore-Heimniederlage!

ThSV Eisenach II mit 21 Gegentreffern im ersten Abschnitt

Die Eisenacher, mit Tom Kreutzer auf Links- und Philipp Urbach auf Rechtsaußen, Pascal Küstner, Qendrim Alaj und Philipp Emmelmann im Rückraum, Sascha Kleint am Kreis und Marius Noack im Tor gerieten rasch auf die Verliererstraße, ideenlos und ohne Dynamik im Angriff Nach dem 5:5 (10.) überrollte der Express vom Autobahnkreuz den ThSV Eisenach II. Ein 6:0-Tore-Lauf zum 5:11 (17.), immer wieder per Gegenstoß, stellte die Weichen. Selbst der zuletzt mit guten Leistungen aufwartende junge ThSV-Keeper Marius Noack bekam kaum eine Hand ans Leder. Auch personelle Veränderungen, Maximilian Manys kam auf Linksaußen, Jonas Bogatzki im linken Rückraum, verpufften. Der Halbzeitstand ließ nichts an Deutlichkeit vermissen.

„Land unter“ auch nach dem Seitenwechsel

Gnadenlos ausgekontert wurde der ThSV Eisenach II auch nach dem Seitenwechsel. Angriffszüge ohne Pep, Würfe ohne Schmackes und eine scheunentoroffene Abwehr ließen die Gastgeber ins Desaster stürzen. Die sich im ThSV-Kasten steigernden Marius Noack und John Martin fühlten sich wie in einer Schießbude. Kurzzeitig konnte sich Pascal Küstner mit seinen Zweikampfqualitäten in Szene setzen. Qendrim Alaj versenkte alle aus den wenigen gelungenen Offensivaktionen resultierende 6 den Gastgebern zuerkannten Siebenmeter. Doch das waren nur Momentaufnahmen. Haarsträubende Ballverluste ließen Trainer Matthias Meinl die Hände den Kopf überschlagen – und unmittelbar nach dem Abpfiff die Halle in Richtung hessische Heimart verlassen.

Statistik
ThSV Eisenach II : Noack, Martin; Brenner, Küstner (4), Urbach (3), Warlich, Bogatzki (1), Emmelmann (5), Kleint, Manys, Kreutzer (1), Ziehn, Henning, Alaj (8/6)

SV Hermsdorf : Nedved, Zehmisch; Rudolph (5/2), Schreck (1), Reis (8), Schreiber (3), Riedel (3), Hammer (7), Heilwagen (9), Ehm (4), Möller, Remde, Minas

Siebenmeter : ThSV Eisenach II 6/6 – SV Hermsdorf 4/2

Zeitstrafen : ThSV Eisenach II 4 x 2 Min.

SV Hermsdorf 4 x 2 Min., Rot für Remde n. grobem Foulspiel (12.)

Schiedsrichter : Beyer/Wagner

Zuschauer : 150

Th. Levknecht

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