Jun 29, 2 Monaten ago

Ohne Makel

Frei von Punktverlust nehmen die Kreuzritter den Meisterpokal in Empfang

Marcus Schulze

Hermsdorf Die Kreuzritter haben auch ihre letzte Mission in der Thüringenliga mit Bravour erfüllt: Souverän siegten die Handballer von Mario Kühne und Tobias Högl über den HSV Ronneburg am Samstagabend in den heimischen Gefilden; 35:26 lautete der Spielstand nach 60 Minuten – und damit wiederum steigt der SV Hermsdorf als quasi unbefleckter Meister gen Mitteldeutsche Oberliga auf. Weder in der Vorrunde noch in der Meisterschaftsrunde mussten die Kreuzritter Punkte abtreten.

Die Partie gegen die Gäste aus der Wismut-Stadt war indes nach gut 30 Minuten entschieden, schließlich lagen die Mannen um den erneut zur Passivität verdammten Kapitän Martin Ehm – Verdacht auf Kreuzbandriss – zu jenem Zeitpunkt bereits mit acht Toren (17:9) in Führung. „Bis auf die ersten fünf Minuten war das eine sehr solide Leistung in der ersten Halbzeit; im zweiten Akt haben wir die Sache routiniert heruntergespielt“, resümierte ein durch und durch zufriedener Mario Kühne.

Da sich die Hermsdorfer bereits vor dem finalen Spieltag in sicheren Meisterschaft-Gewässern tummelten, erhielten am letzten Spieltag der Thüringenliga mit Tom Reichert aus der B-Jugend und David Starkloff, der im Training regelmäßig das Tor hütet, die Chance, in das Geschehen in der Werner-Seelenbinder-Halle einzugreifen – und beide enttäuschten nicht. Reichert, der im Rückraum auf der Mitte und Linksaußen zum Einsatz kam und seit vier Monaten mit der ersten Mannschaft trainiert, erzielte drei Tore.

Für die kommende Saison in der Mitteldeutschen Oberliga konnte Mario Kühne bereits die ersten Personalien verkünden: Stefan Riedel, zarte 40 Jahre, und Tobias Grau (32) haben sich für ein weiteres Jahr bei den Kreuzrittern verpflichtet und werden zusammen mit Fritz Reis am Kreis malochen – zum einen. Zum anderen standen am Samstag in der Werner-Seelenbinder-Halle alle Zeichen auf Abschied. Jan Heilwagen, seines Zeichens waschechtes Hermsdorfer Eigengewächs, Publikumsliebling und Identifikationsfigur wird künftig nicht mehr für die erste Mannschaft des SV Hermsdorf auflaufen.

„Nach nunmehr 18 Jahren in der ersten Mannschaft ist es nicht tragisch, wenn man sagt: Jetzt reicht’s“, sagte Heilwagen, der von 2004 bis 2022 für das Handball-Aushängeschild aus Hermsdorf auflief. Private Verpflichtungen um Familie und Arbeit hätten ihn zu dem Schritt bewogen, so der 37-Jährige. In Gänze absolvierte der kleine Flügelflitzer, der von allen in Hermsdorf nur liebevoll „Heile“ gerufen wird, 427 Pflichtspiele für die erste Mannschaft, in denen er 1442 Tore erzielte – die letzten sechs am vergangenen Samstag gegen den HSV Ronneburg.

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