Nov 10, 2 Wochen ago

Der „Rote“ und der „Blaue“ Unschuldsengel

Der SV Hermsdorf bezwingt den HSV Ronneburg mit 29:21 (14:8)

Hermsdorf. In einer rauen aber herzlichen Partie konnten die Kreuzritter die Jungs von der Zeitzer-Straße relativ deutlich besiegen.
Das Spiel hatte alles, was man von einer geilen Handball-Party erwarten konnte. Volles Haus, direkte Beschallung vom Roten Flügel auf der rechten Hallenseite und vom Blauen auf der Anderen und ein rassiges Spiel, welches die Zuschauer erhitze und mitriss.

Nach 7 Wochen Handball-Heimspiel-Abstinenz bevölkerten die Fans beider Teams in Massen die „Hölle-Ost“. Genau so wie die Zuschauer waren auch die Spieler heiß auf das Match.
Und so entwickelte sich von der ersten bis zur sechzigsten Minute ein heißer Tanz auf dem Parkett.

Beide Trainer hatten ihre Mannschaften ausführlich gebrieft und einen klaren Match-Plan, eine klare Marschroute für das Spiel ausgeben.
Wer den Besseren hatte und welches Team den auch konsequent umsetzen konnte, zeigte sich spätestens ab der 15 Minute. Bis dahin war es ein Spiel auf Augenhöhe. Ronneburg bespielte konsequent die Halben des Gastgebers und unterbrach mit rustikaler aber nicht unfairerer Art und Weise, dabei höchst effektiv, deren Angriffsbemühungen. Es ist halt Handball und kein Sport für „Weicheier“, kein Rasenhalma!

Oleg Petrov eröffnete nach zwei Minuten den Tore-Reigen für den Gastgeber und im Wechsel konnte sich keine Mannschaft in der erste Viertelstunde mit mehr als einem Tor absetzen. Der wieselflinke Rechtsaußen der Ronneburger, Richard Vogel, schloss erfolgreich zwei Konter zur 5:4 Führung für die Gäste ab. Nachdem Felix Reis für den Gastgeber ausgleichen konnte, kassierte Unschuldsengel Numero „Uno“ = Silvio Stölzner bereits seine zweite Zeitstrafe. Dies Überzahlsituation nutze die Holzländer zur zwei Tore Führung (7:5). Christian Hoppe, Ronneburgs Trainer, reagierte und nahm seine erst Auszeit.

Es war wiederum Richard Vogel, der danach den Anschluss erzielen konnte (7:6).
Unschuldsengel Numero „Due“ = Max Remde, kassierte, nachdem gerade die 19. Minute angebrochen war, den „Blauen Karton“. Entscheidung hin oder her, berechtigt oder unberechtigt, hätte es auch „Rot“ getan oder 2- Minuten, jedenfalls gab es dazu 50 Cent für die Duschkabine. Hermsdorfs Trainer-Duo musste reagieren und so warfen sie den erst sechzehnjährigen Fritz Reis ins Schlachtgetümmel. Und, er löste diese Aufgabe mit Bravour. Vor allem in der Deckung war er eine Bank und im Verbund mit seinem Bruder Felix und Oleg ein Bestandteil eine schwer zu überwindende Wand, er war eine stabile Säule im Deckungsverband.

Die „Blaue Karte“ gegen den Gastgeber schien diese mehr zu motivieren als zu verunsichern und so gewann man die Unterzahlsituation mit 2:0 Toren und führte logischer Weise mit 9:6. Mehr noch, die Hermsdorfer ließen zwölf Minuten lang kein Gegentor zu und führten nach 28 Minuten mit 12:6. Zur Pause stand ein 14:8 auf der Anzeigetafel. Chapeau, das war bis dahin ein starker Auftritt!

Unschuldsengel Numero „Uno“ durfte dann in der 34. Minute, nach seiner dritten Zeitstrafe und dem Zeigen des „Roten“ Kartons, gleichfalls Duschen gehen.

Die Holzländer machten im Prinzip dort weiter wo sie zur Pause aufgehört hatten und trugen konsequent ihr Angriffsspiel vor. Im Gegenzug lebte das Spiel der Ronneburger im Wesentlichen von den Aktionen und den platzierten Würfen eines Mirko Alexy. Der extra für das Spiel vom Posten des „E-Jugend-Trainer“ zum Torwart der Gäste beförderte Hannes Seidemann im Ronneburger Kasten, konnte mit seinen Paraden schlimmeres verhindern. Die teilweise elf Tore Führung indes nicht.

Gut dirigiert von einem bestens aufgelegten Martin Ehm, wurden die Halbspieler exzellent in Szene gesetzt und belohnten sich mit tollen Toren. Ein Martin Vulic ließ im zweiten Abschnitt seine Klasse aufblitzen. Dass ihm in der einen oder anderen Situation noch die Gäule durchgehen, sei einem Zwanzigjährigen, auf Grund seiner Jugend verziehen. Jedenfalls und das wurde mehr als deutlich, hat er Potential!

Hermsdorfs Coach gab auch Paul Götze, einem weiteren Zwanzigjährigen, in der Endphase seine Einsatzzeiten. Vom Spielertyp auf der Mittelposition ein anderer, dynamischer, ein typischer 1:1 Spieler. Und diese Kreativität nutze Paul auch und erzielte in Folge zwei wichtige Tore.

In der 55. Minute dann die elf Tore Führung zum 28:17 durch Felix. Der Drops war letztendlich gelutscht obwohl es noch immer rassig auf der Platte zuging. In der Schlussphase kassierte der Gastgeber noch zwei Zeitstrafen und die Ronneburger betrieben Ergebniskosmetik.

Am Ende ein kleiner Klassenunterschied. Das räumte auch Ronneburgs Coach Christian Hoppe auf der anschließenden Pressekonferenz ein.
Gelungener Abend für die Kreuzritter in einer tollen, friedlichen Atmosphäre. Gern mehr davon!

Für Hermsdorf spielten im Tor: Nedved und Zehmisch

Spieler: Rudolph 4 (3/3); Stuhlert; Reis Felix 7; Götze 2; Reis Fritz 2; Hammer; Heilwagen; Ehm 4; Petrov 4; Vulic 6; Remde; Krüger

Sieben-Meter: SVH: 3/3 HSV: 2/1
Zeitstrafen : SVH: 6 (BK Remde 20`) HSV: 6 (3×2`RK S. Stölzner)

Schiedsrichter: S. Meisel / M. Schwertz

JR

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