Apr 4, 2 Monaten ago

Thüringer Handball-Verband wartet bis 15.Mai

Szenarien für Saison in Thüringen beraten

Erfurt Der Thüringer Handballverband (THV) hat in einer außerordentlichen Sitzung zu Beginn der Woche eine Marschroute für die unterbrochene Saison im Erwachsenenbereich entwickelt. Bei der Jugend wurde die Spielzeit bereits abgebrochen und für beendet erklärt.

Bleibt bis zum 15. Mai das Sportverbot der Bundes- oder Landesregierung aufrechterhalten, hat die dann eventuell später fortgeführte Saison 2019/20 keinen Einfluss auf den Auf- oder Abstieg. Es zählt die Meldung zum Meldetermin 15. April. Die Fortführung und Umsetzung der Entscheidung obliegt der Technischen Kommission. Der Termin 15. Mai sei nicht willkürlich gewählt, so Spielausschuss-Vorsitzender Martin Tews, sondern ermögliche es, bis zum 30. Juni noch sechs Spieltage auszutragen, die benötigt werden, um die Saison zu beenden. Somit hat der THV zum 1. Juli unabhängig von einer Fortführung des Spielbetriebes Planungssicherheit.

Ein Interview mit Spielausschuss-Chef Martin Tews lesen Sie unter:Otz/sport

Martin Tews, Vorsitzender des Spielausschusses, über die derzeitige Situation in Handball-Thüringen

Der Thüringer Handballverband (THV) hat in einer außerordentlichen Sitzung zu Beginn der Woche eine Marschroute für die unterbrochene Saison im Erwachsenenbereich entwickelt. Bei der Jugend wurde die Spielzeit bereits abgebrochen und für beendet erklärt. 90 Vereine gibt es in Thüringen, in denen Handball betrieben wird und insgesamt 9744 Mitglieder. Im Vergleich zum Vorjahr erlebte der Sport einen Zuwachs von 276 Mitgliedern. Martin Tews, Vorsitzender des Spielausschusses beim Thüringer Handballverband, versucht die Lage einzuordnen, auch wenn bis zum 19. April und darüber hinaus weiterhin Fragen offen bleiben werden.

Wohin geht die Tendenz? Wird die Saison auch im Erwachsenenbereich abgebrochen?

Wohin die Tendenz geht, ist im Augenblick noch offen, denn es hängt ja im Wesentlichen davon ab, ob ein bundesweites Spielverbot nach dem 19. April noch bestehen bleibt oder nicht. Und wenn nicht, wie die regionalen Einschränkungen sind. Dies ist zur Zeit überhaupt nicht vorhersehbar. Auch spielt da natürlich mit rein, vor allem für die Thüringenliga Männer und Landesliga Frauen, was im übergeordneten Spielbetrieb, dem mitteldeutschen Handballverband (MHV) entschieden wird. Es gibt aber für den THV einen Plan.

Was ist das für ein Plan?

Wir haben am Sonntag mit den Spielleitenden Stellen im Erwachsenenbereich und am Montag mit dem Präsidium beraten, wie wir ein wenig mehr Planungssicherheit für die abgebrochene Saison 19/20 und die künftige Saison 20/21 geben können. Folgenden Grundsatzbeschluss haben wir gefasst: Bleibt bis zum 15. Mai 2020 das Sportverbot der Bundes- oder Landesregierung aufrechterhalten, hat die dann eventuell später fortgeführte Saison 2019/20 keinen Einfluss auf den Auf- oder Abstieg. Es zählt die Meldung zum Meldetermin 15. April sowie § 52 SpO THV. Die Fortführung und Umsetzung dieser Entscheidung obliegt der Technischen Kommission und Ihren Ausschüssen. Aber auch dies ist immer unter dem Vorbehalt, dass im August mit der neuen Runde auch begonnen werden kann. Wir haben uns bei der Entscheidung, ebenso wie im Nachwuchsbereich, an dem Grundsatzbeschluss des DHB orientiert. Alle Landesverbände in Deutschland haben gemeinsam diesen Beschluss umgesetzt.

Warum gerade der 15. Mai?

Der Termin ist nicht willkürlich gewählt, sondern gibt er uns bis zum 30. Juni noch sechs Spieltage, die wir benötigen, um den Spielbetrieb noch zu beenden. Somit haben wir zum 1. Juli 2020, egal, ob der Spielbetrieb fortgeführt wird oder nicht, eine Planungssicherheit. Natürlich kann man auch nicht garantieren, dass wir schon im September vollumfänglich einen Spielbetrieb aufnehmen können. Aber von einem Beginn müssen wir einfach ausgehen und dann ggf. noch einmal die Termine nachbessern. Kurz zusammengefasst kann man also sagen: darf vor dem 15. Mai wieder gespielt werden, geht die Saison weiter. Wenn nicht, brechen wir nicht zwangsläufig ab, sondern stocken die Ligen soweit auf, wie notwendig ist, um keine Absteiger und Aufsteiger unterbringen zu können.

Was passiert mit verlegten Spielen im Nachwuchs?

Die Saison im Jugendbereich wurde für beendet erklärt, eine weitere Fortführung ist nicht geplant. Es wäre aber durchaus denkbar, noch eine kurze Runde, zum Beispiel in Turnierform, nachzuschieben, um dieser abrupt abgebrochenen Saison doch noch ein versöhnliches Ende zu geben. Aber dies hängt auch von der weiteren Entwicklung ab, vor allem, was nach dem 19. April sein wird.

Wie ist die Stimmung in den Vereinen?

Natürlich habe ich nicht permanenten Kontakt zu jedem Verein im Einzelnen. Aber selbstverständlich werden auch Sorgen und Ängste an uns herangetragen. Vor allem stellt die Krise viele Vereine vor finanzielle Probleme, sind doch Spiele, und somit Zuschauereinnahmen, von denen die Vereine auch leben, weggebrochen. Die jüngste Entwicklung zeigt aber auch, dass die Vereine auch schon an die Zukunft, also die kommende Saison denken. Es kommen viele spieltechnische Anfragen zur Planung und zur Meldung für die nächste Spielzeit. Auch sieht man viele Aktionen in sozialen Medien (Mannschaftsbilder mit der Aufforderung „Bleibt zuhause“ usw.) die zeigen, dass die Vereine solidarisch mit der Corona-Krise umgehen.

Und im Thüringer Handballverband? Mit welchen finanziellen Einbußen ist zu rechnen? Schafft der Thüringer Handball diese Krise?

Immer häufiger liest man von Fachleuten, die dazu auffordern, dass man bei finanziellen Unterstützungen auch an die Vereine denken muss. Dies kann ich nur voll unterstützen. Natürlich ist es wichtig, die Wirtschaft zu fördern, man darf aber da die Vereine von ganz groß bis ganz klein nicht vergessen, die einen wesentlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben. Seitens des Landessportbundes (LSB) gibt es schon konkrete Maßnahmen, dass sie sich diesbezüglich einsetzen. Aber eine Höhe der Einbußen kann hier noch nicht genannt werden, da ja noch nicht feststeht, wie hoch überhaupt die Einbußen sein werden. Dies hängt auch davon ab, ob man den Spielbetrieb wieder aufnehmen kann oder nicht. In jedem Fall sind Einbußen entstanden, zum Beispiel durch ausgefallene Trainerlehrgänge. In Wieweit diese nachgeholt werden können, sodass es keinen oder nur einen geringen Einnahmeausfall gibt, ist ebenso davon abhängig, wie sich die Krise entwickelt. Die Vereine haben uns in den letzten Jahren sehr viel Vertrauen geschenkt und haben gezeigt, dass die eingeschlagene Wege mit uns gehen. Von daher bin ich mir sicher, dass wir alle gemeinsam diese Krise schaffen. Denn eines ist sicher, es wird ein Leben nach Corona geben.

Konkrete Antworten können also nicht gegeben werden?

Sicher sind die Antworten nicht immer zufriedenstellend, aber auch ich kann keine weiteren konkreteren Aussagen über die Entwicklung machen wie die Experten. Ich denke, um konkrete Aussagen treffen zu können, ist es einfach noch zu früh. Erst wenn absehbar ist, dass die Krise überwunden ist, kann man Aussagen treffen, wie es weiter geht. Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, um auf die möglichen Eventualitäten vorzubereiten. Dies tun wir aktuell und wir bitten einfach um Geduld.

OTZ/02.04.2020

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