Sep 14, 2 Wochen ago

Offensive ist mitunter eine Katastrophe

Handball: Hermsdorf verliert Testspiel

Hermsdorf Mario Kühne macht sich gar nicht erst die Mühe, einen Euphemismus für das Testspiel seiner Kreuzritter gegen Glauchau/Meerane zu finden. Im Gegenteil, der Trainer des SV Hermsdorf charakterisiert die 22:26-Niederlage mit einem allgegenwärtigen Kraftausdruck – zumindest fürs Erste. Denn dem Unmut über das Dargebotene seiner Handball-Schützlinge am Donnerstagabend in der Werner-Seelenbinder-Halle in Hermsdorf folgt umgehend die eloquente Analyse. Und wie es sich für einen guten Trainer ziemt, benennt Mario Kühne zuerst die positiven Aspekte. „Die Abwehrleistung war gut, die Torhüterleistung sogar sehr gut.“ Gegen den Sachsenmeister hüteten Robert Zehmisch und Damian Kowalczyk das Tor.

Weitaus weniger angetan zeigte sich der Trainer indes vom Umkehrspiel und der Offensive. „Was wir im Angriff machen, ist mitunter eine Katastrophe.“ Der Gegner sei nicht übermächtig gewesen, doch die Gäste hätten geduldig und strukturiert agiert – und zudem noch die Fehler der Hausherren gnadenlos bestraft. „Uns ist es einfach nicht gelungen, unser System zu spielen“, resümiert Kühne. Hie und da habe jegliche Abstimmung gefehlt. Ganz zu schweigen von den Ballverlusten. „Ich konnte das irgendwann nicht mehr nachvollziehen“, berichtet Kühne, der sich nun auch fragt, was mit seinen Spielern nur los sei. Die Unsicherheit im Team sei äußerst präsent. „Ich vermute, dass sie sich aufgrund der Erwartungen selber zu viel Druck machen. Es wirkt wie eine Blockade“, sagt Kühne. Doch er habe noch ein ganz anders geartetes Defizit während der Testspiele beim Holzlandpokal und gegen Glauchau/Meerane ausmachen können: Es fehlt ein Anführer. „Ich vermisse jenen Spieler, der in schweren Momenten vorangeht.“

Otz/12.09.20/mase

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