Mai 21, 1 Monat ago

„Kann man gutheißen – muss man aber nicht“

SVH-Trainer Mario Kühne blickt skeptisch auf die Aufteilung der Handball-Thüringenliga. Kreuzritter nehmen Training wieder auf.

Marcus Schulze

Hermsdorf Mario Kühne ist hin- und hergerissen. Zumindest so ein bisschen. Spricht man den Trainer und Abteilungsleiter in Sachen Handball beim SV Hermsdorf auf die Staffeleinteilung des Thüringer Handball-Verbandes für die Thüringenliga an, fällt sein Urteil etwas zwiegespalten aus.

Zum einen lobt Mario Kühne den Verband (THV) dafür, dass sich seine Vertreter darüber Gedanken machen, wie man im Falle einer Pandemie den Spielbetrieb – zumindest halbwegs – aufrechterhalten kann. Zum anderen gibt er sich skeptisch: „Dass wir künftig in zwei Staffeln spielen, kann man gutheißen – muss man aber nicht. Sie haben bestimmt das Ziel verfolgt, zwei gleich starke Staffeln ins Leben zu rufen – ob das gelungen ist, wird sich zeigen.“

Der SVH-Trainer vermutet, dass die Spielplaner in den Reihen des Verbandes das Ziel verfolgten, thüringenweit die Teams gegeneinander antreten zu lassen – Staffeln hin, Staffeln her. Thüringenliga eben. Warum sie nicht pragmatisch agierten und – wie von einigen Vereinen bevorzugt – einfach eine Ost- und eine West-Division schufen, kann er sich auch nicht erklären.

Künftig werden nun die Kreuzritter aus dem Holzland in der Staffel 1 gegen die Mannschaften aus Suhl, Werratal, Eisenach II, Jena II und Arnstadt antreten. So oder so, an dem Ziel, welches der SV Hermsdorf verfolgt, ändert das alles nichts. „Wir wollen aufsteigen – und dafür müssen wir am Ende sowieso gegen jedes Team spielen und auch gewinnen“, sagt Mario Kühne, der damit auf die Aufstiegsmodalitäten verweist.

„Irgendwie wird es am Ende ja dann doch wieder eine gemeinsame Staffel geben, in der nach jetzigem Planungs- und Informationsstand die Mannschaften aus der Staffel 1 auf jene der zweiten Staffel treffen.“ Fürs Erste müsse man die Entscheidung akzeptieren, so Kühne. „Es gibt halt noch ein paar Fragezeichen mit Blick auf die Pandemie und wie am Ende wirklich alles vonstattengehen wird.“

Und was geht sonst so bei den Kreuzrittern? Nun, seit dieser Woche hat der SVH-Trainer seine Pappenheimer wieder in die Pflicht genommen: Dreimal in der Woche trainieren sie nun wieder individuell – und zwar mit Nachweis. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf Ausdauer, Koordination und Stabilisation. Die Aufgaben werden sich dann in den kommenden Wochen sukzessiv steigern, denn wenn wir wieder ins Training einsteigen können, möchte ich nicht erst wieder bei den Grundlagen anfangen müssen. Die größere Herausforderung wird für uns am Ende eher darin bestehen, die Ballsicherheit und das Zusammenspiel wieder zu erlangen. Da liegt eine Menge Arbeit vor uns“, sagt Mario Kühne.

Seine Handballer hätten sich jedoch während der vergangenen Monate nicht gehenlassen. An Eigenverantwortung habe es nicht gemangelt, resümiert Mario Kühne. Gerade Hannes Rudolph und Sebastian Hammer, die bekanntlich auf den Außenpositionen beheimatet sind, hätten in jenen tristen Tagen schier zahllose Stunden im Kraftraum verbracht – mit sichtbaren Ergebnissen. Aber auch Martin Ehm, Stefan Riedel oder Rückkehrer Daniel Zele haben sich laut Kühne ordentlich ins Zeug gelegt. „Das ist für mich ein Beleg dafür, dass sie sich alle mit dem Projekt Aufstieg identifizieren.“

Apropos Daniel Zele und Hannes Rudolph. Die beiden SVH-Protagonisten haben jeweils ein Video in der WhatsApp-Gruppe der Kreuzritter hochgeladen, um einen Wettstreit, ein Battle, in Sachen Körperdefinition auszutragen.

Mario Kühne wiederum zeigte sich vom derzeitigen Ist-Zustand seiner beiden Spieler schwer beeindruckt. „Ich habe ja in den vergangenen Monaten eher zugenommen. Als ich die Videos von Daniel und Hannes sah, habe ich mir so gedacht, dass ich jedem problemlos fünf Kilo von mir abgeben könnte – und sie dennoch super in Schuss wären“, sagt der Trainer am anderen Ende der Leitung und lacht sich schlapp.

Otz/Marcus Schulze/20.05.2021

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